Doxxing (auch: Doxing)
Doxxing (auch „Doxing“ geschrieben, von englisch „docs“) bezeichnet das öffentliche Bekanntmachen privater Informationen einer Person — Klarname, Adresse, Arbeitgeber, Familienkontakte — meist mit der Absicht, sie zu belästigen oder zu schaden.
Doxxing ist das gezielte Veröffentlichen privater Daten (Name, Adresse, Telefonnummer, Familie) ohne Einwilligung. Häufige Folgeerscheinung von Leaks und Deepfakes in Communities mit aktiver Belästigungs-Kultur. In Deutschland seit 2021 explizit nach §126a StGB strafbar (Datenhehlerei) — Strafrahmen bis 2 Jahre Freiheitsstrafe.
Was zählt als Doxxing?
Doxxing umfasst die unbefugte Veröffentlichung personenbezogener Daten, die für die Öffentlichkeit nicht bestimmt waren:
- Klarname, Wohnadresse, Telefonnummer
- Arbeitgeber, Vorgesetzte, Kollegen
- Familienkontakte, Schulen der Kinder
- Kontoinformationen, IDs, Steuernummern
- Identitäten hinter Pseudonymen
Ist Doxing strafbar? Rechtslage in Deutschland
Seit November 2021 ist Doxxing nach §126a StGB explizit strafbar. Der Paragraph erfasst „das unbefugte Verbreiten personenbezogener Daten in einer Weise, die geeignet ist, die abgebildete Person gefährdeten Lebenslagen auszusetzen oder ihren öffentlichen Frieden zu stören." Strafrahmen: bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.
Ergänzend greifen §203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen), §238 StGB (Nachstellung/Stalking) und DSGVO (Art. 17 Recht auf Löschung).
Typischer Ablauf — und wie reagieren
Doxxing folgt oft auf Leaks oder Deepfakes als „Eskalations-Stufe". Schritte:
- Beweise sichern: Screenshots mit URLs, Datum/Zeit, ggf. archivierte Webseiten via web.archive.org
- Strafanzeige stellen: Cybercrime-Dienststelle des Bundeslandes
- Takedown der Inhalte: Plattform-Meldungen + leak.red für automatisierten DMCA/DSA-Versand
- Such-Deindexierung: Google + Bing zur Entfernung aus Suchergebnissen
- Eigene Sicherheit: Passwörter, 2FA, ggf. Adress-Sperre bei Meldebehörde nach §51 BMG
Wo Hilfe bekommen?
Ergänzende Hilfsangebote:
- Weisser Ring — bundesweite Opferhilfe
- HateAid — spezialisiert auf digitale Gewalt
- Cybercrime-Dienststellen der Landeskriminalämter